Warum sich Enterprises für Private Video Clouds entscheiden
Bei Enterprise-Videoplattformen stehen zunächst meist Features im Vordergrund: Streaming, Videoportal, Einbetten und Schützen von Videos oder auch Storage. Im Enterprise Bereich liegt ein entscheidender Unterschied auch beim Betriebsmodell, konkret bei der Frage, ob eine Plattform nur als Shared Cloud betrieben wird oder ob es auch Optionen für Private Cloud und On-Premises Optionen gibt.
Shared-Cloud-Plattformen sind operativ effizient und skalierbar. Mehrere Kunden teilen sich dieselben Infrastrukturkomponenten, Datenbanken oder Proxy-Systeme. Für öffentliche Videos, Marketinginhalte oder standardisierte Plattformen ist dieses Modell ideal.
Die Grenzen von Multi-Tenancy zeigen sich dort, wo Isolation, Auditierbarkeit oder kontrollierbare Betriebsprozesse gefordert sind. Ein Beispiel sind Systemlogs: HTTP-Anfragen laufen in Shared-Umgebungen über gemeinsame HA-Proxy-Systeme und landen entsprechend in denselben Logs. Eine Trennung pro Kunde ist praktisch nicht möglich und auch nicht vorgesehen. Dasselbe gilt für zentrale Datenbanken oder standardisierte Betriebsprozesse wie zum Beispiel Video Encoding Pipelines.
«Multi-Tenant-Plattformen sind operativ sehr effizient und skalierbar. Gleichzeitig gibt es technische Grenzen bei der Isolation, beispielsweise bei Systemlogs oder gemeinsamen Infrastrukturkomponenten», sagt Denis Avramenko, Head of DevOps bei xtendx.
Unternehmen entscheiden sich deshalb gezielt für dedizierte Plattformen, wenn organisatorische oder regulatorische Anforderungen dies verlangen. Dabei geht es nicht nur um Security. Relevant werden auch eigene Domain-Namen, definierte Updatezyklen, abgestimmte Wartungsfenster oder nachvollziehbare Verantwortlichkeiten im Betrieb.
Unsere Kundin Raiffeisen nutzt beispielsweise die Shared Cloud von xtendx für öffentliche Inhalte auf der Website, während interne Formate wie Townhalls oder Schulungen auf einer separaten Private Cloud betrieben werden. Die beiden Betriebsmodelle erfüllen unterschiedliche Anforderungen, technisch wie organisatorisch.
Der Betrieb solcher Plattformen ist entsprechend komplex. xtendx betreibt heute über 50 produktive Systeme sowie zusätzliche Staging-, CI/CD- und andere interne Infrastruktur. Provisionierung und Konfigurationsmanagement erfolgen automatisiert über Ansible und self-hosted Git-Repositories, Monitoring und Security-Observability zentral über Zabbix und Wazuh. Auch die Backups werden geografisch getrennt betrieben.
«Private Clouds bedeuten nicht einfach separate Server. Entscheidend sind kontrollierbare Betriebsprozesse, abgestimmte Wartungsfenster und klar definierte Verantwortlichkeiten», so Denis Avramenko.
Die Entscheidung zwischen Shared und Private Cloud ist deshalb keine Frage einzelner Features, sondern eine Entscheidung über Isolation, Governance und Betriebsprozesse. Beide Modelle haben ihre Berechtigung, entscheidend sind die Anforderungen, die eine Plattform langfristig erfüllen muss.